Das Fazit des zweiten Tages galt lange Zeit als verschollen. Es galt vielen als das Grabtuch Christi des Web 2.0. Wir haben es in mühevoller Arbeit ausgegraben und sorgsam restauriert.
Wir resümieren: Wie wichtig Du, wie wichtig Ihr uns seid.
In der Fußgängerzone in Halle treffen wir Mawata Koulibaly. Sie lebt seit acht Jahren hier. Die Stadt gefällt ihr sehr gut, dennoch möchte sie irgendwann zurück in ihr Heimatland Guinea. Das hört ihre Tochter Aicha nicht gerne…
Auf dem Weg nach Hause fangen wir Herrn Matzke vor der Moritzburg ab, um mit ihm über Halle, Fackeln im Industrienebel und die Beurteilung der DDR zu sprechen.
In Halle konnten wir nach einiger Überzeugungsarbeit den Koch Luigi für unsere Sache gewinnen. Er war groß in Form, was auch für den Gesprächsleiter galt. Völkerverständigung leicht gemacht…
Auf großem Fuß leben ist ja ohnehin unser Motto, dementsprechend große Schritte machen wir. Von Halle nach Leipzig zum Beispiel. Zack! Wer hätte damit gerechnet? Und Surfstick sei Dank können wir auch hier aus dem OIT-Mobil bei gefühlt 250 Sachen beglückt feststellen, dass uns mittlerweile 62 Menschen beobachten. Jippieh! Freude nicht nur, weil das unsere Chancen erhöht, vom ZDF entdeckt zu werden, sondern auch, da die Wahrscheinlichkeit steigt, dass unsere technisch brillanten Videos die ein oder andere Debatte lostreten. Aus diesem Grund werden wir so bald wie möglich einzelne Interviews in voller Länge veröffentlichen, so dass euch beispielsweise Lothars Gedanken zu Marc Aurel nicht vorenthalten bleiben.
Debatte ist das Stichwort, um Debatten soll es letztlich gehen. Debatten standen am Anfang von ostintranslation und werden das hoffentlich auch am Ende tun. Denn während viel über den Osten gesprochen wird und dementsprechend viel Uneinigkeit im Detail herrscht, scheinen die Eckpunkte im Großen und Ganzen klar: Die DDR war ein Unrechtsstaat oder zumindest kein Rechtsstaat, dessen Bürger unfreiwillig hinter einer Mauer gefangen und in Armut und politischer Entmündigung leben mussten. So könnte man – zugegeben etwas zugespitzt – den herrschenden Diskurs umschreiben.