Wir waren eigentlich nur auf der Durchreise und wollten noch ein paar Eindrücke des multiplen Unesco-Erbes Dessau gewinnen. Zufällig trafen wir Peter Kreßner in einem Ladenlokal der Hochschule Anhalt. Er hörte davon, dass wir Erfurter Studenten sind und so kamen wir ins Gespräch. Er lud uns spontan in seine Bauhaus-Einraum-Wohnung im 5. Stock eines Dessauer Neubaus ein und berichtete von seinem politischen Engagement, seiner Liebe und seiner Liebe zu Dessau.
Das Fazit des zweiten Tages ist irgendwie verschwunden. Mysterious, mysterious. Dafür, meine Damen und Herren, kommt jetzt das Deluxe-Tonfazit von Gestern. Wir waren in Kursdorf und Dessau (Linus kämpft immer noch mit dem Dessaufilm), haben interessante Menschen getroffen und spannende Geschichten gehört. Listen up and give comments!
Beim Abendessen an der Dessauer Mulde trafen wir Christian (17), Jasmin und Jessica (beide 13) mit ihren zwei kleinen Mäusen. Sie erzählten uns von ihrem Leben in Dessau, von fehlenden Perspektiven und dem Wunsch – oder der Notwendigkeit – die Stadt zu verlassen…
Kursdorf – ein Dorf umgeben vom Flughafen Leipzig-Halle, flankiert von der Autobahn und einer Bahntrasse. Komfortable Wohnlage? Finden die verbliebenen 26 Kursdorfer auch. Die restlichen etwa 300 Bewohner haben bereits vor Jahren das Weite gesucht. Wir haben uns mit dem Betreiber eines Hotels in Kursdorf unterhalten.
Hier liegt Kursdorf, mittendrin statt nur in der Einflugschneise:
Die Mauer am Ende einer Kursdorfer Straße. Sämtliche Häuser hier stehen leer und warten auf den Abriss. Hinter der Mauer starten und landen die Flugzeuge – in der Nacht deutlich mehr als am Tag.
Warten auf den Bus in Kursdorf. Vergeblich.
Linus hängt am Frieden. Mentaler Abbau in Dessau.
Kurz darauf werden wir von einem freundlichen Dessauer zum Plausch in seine 1-Zimmer-Wohnung eingeladen.
Christian, Jasmin und zwei namenlose Mäuse am Muldestrand. In Dessau gibt es für sie keine Zukunft.